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Da tut sich was

Zukunft durch Bildung

omh-zukunft-durch-bildung.pdf
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DaDiIntegrationdurchAustauschIdA.pdf
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Mit dieser Projektreihe wollen die Optionskommunen einen weiteren Schwerpunkt innerhalb der Integrationsangebote abdecken. Zukunft durch Bildung gilt unabhängig von Herkunft, Nationalität und Kultur. Für den beruflichen Erfolg ist eine abgeschlossene Berufsausbildung die wichtigste Grundlage. Sie schützt vor Arbeitslosigkeit und ermöglicht ein gutes Einkommen. Deshalb wird diese Projektreihe auf breiter Basis unterstützt.

Die Veranstaltungen werden in verschiedenen Sprachen angeboten und bieten neben grundlegenden Informationen auch individuelle Beratung zu den folgenden Themen:

  1. Welcher Beruf passt zu mir?
  2. Welcher Schulabschluss ist für meinen Berufswunsch der richtige?
  3. Welche Anforderungen sind damit verbunden?
  4. Wie erreiche ich meine Ziele, wo erhalte ich Hilfe?
  5. Wann und wie bewerbe ich mich richtig?
  6. Wo bekomme ich weitere Informationen?


Kreis Bergstraße: Ausbildungsoffensive gegen Jugendarbeitslosigkeit


Neue Wege erweitert Bandbreite der Förderangebote

Der Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße hat seine weiteren Anstrengungen zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit verstärkt. Wie der Erste Kreisbeigeordnete und Vorsitzende der Betriebskommission Thomas Metz mitteilt, hat die Betriebskommission für die nächsten Jahre Fördermaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 3,8 Millionen Euro beschlossen. "Wir wollen junge Menschen noch besser und gezielter fördern und ihnen den Weg über eine Ausbildungsstelle in das Berufsleben nach Möglichkeit erleichtern. Da wo Eigeninitiative nicht zum Erfolg geführt hat und sich Resignation einstellt, sind Zukunftsperspektiven wichtig - und die möchte Neue Wege eröffnen", so Metz.

Neue Wege hat mit dem Konzept zur Arbeitsmarktintegration junger Langzeitarbeitsloser ein breites Spektrum sich ergänzender Maßnahmen zusammengestellt. Damit erhalten die Fallmanager mit Blick in Richtung Ausbildungsplatz abgestimmte Instrumente an die Hand, mit denen sie sich auf die unterschiedlichen Lebenssituationen und Bedürfnisse der Jugendlichen einstellen können.

Für Jugendliche mit vielfältigen und schweren Vermittlungshemmnissen bietet Neue Weg "Aktivierungshilfen für Jüngere" an. In Bensheim, Lampertheim, Mörlenbach und Viernheim stehen insgesamt 60 Teilnehmerplätze zur Verfügung. Jugendliche mit Defiziten bei Qualifikation, sozialer Kompetenz oder Motivation, die über eine abgeschlossene Schulausbildung verfügen, werden über die Maßnahme an das Ausbildungs- und Beschäftigungssystem herangeführt. Dies geschieht durch eine intensive Sozial- und Netzwerkarbeit, sowie sozialpädagogische Betreuung. Die Teilnehmer werden darüber hinaus in projektbezogenes Arbeiten eingebunden. Hierdurch soll ihre Selbstmotivation und Eigenverantwortung gestärkt und der Einstieg ins Berufsleben erleichtert werden.

Jungen Menschen, die wegen Lernbeeinträchtigungen oder soziale Benachteiligungen über den "klassischen" Bewerbungsweg eher geringe Chancen auf eine betriebliche Ausbildung hätten, bietet Neue Wege außerbetriebliche Ausbildungsplätze in Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft Bergstraße und dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft an. So können sie, trotz möglicher Defizite, unterschiedliche Berufe wie Metallbauer, Maler/Lackierer, Tischler aber auf Friseur/in, Floristin oder Garten- und Landschaftsbauer erlernen. Die Ausbildung erfolgt dabei entweder in Zusammenarbeit mit den Ausbildungsbetrieben oder ausschließlich durch den Bildungsträger. Insgesamt stehen 44 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Die Kosten belaufen sich auf circa 2,6 Millionen Euro. Angelegt ist die Dauer der Ausbildung auf maximal dreieinhalb Jahre.

Ergänzend dazu besteht die Möglichkeit, an einem Vermittlungscoaching für Jugendliche teilzunehmen, einem Angebot, das in Kooperation mit der Merkur Schule in Mörlenbach eingerichtet wird. Dabei stehen eine individuelle Unterstützung, Förderung und Begleitung der Eigenbemühungen im Mittelpunkt. Konkret erhalten die Coaching-Teilnehmer Unterstützung bei der Organisation ihrer Stellensuche, aber auch darin, eine Änderung des eigenen Bewerbungsverhaltens herbeizuführen.

Darüber hinaus beteiligt sich Neue Wege am Progamm "Kompetzenagenturen" des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Kompetenzagenturen begleiten besonders benachteiligte Jugendliche dabei, ihren Weg in Beruf und Gesellschaft zu finden und unterstützen sie bei einer selbstständigen Lebensführung. Im Kreis Bergstraße bestehen derzeit drei Kompetenzagenturen unter der Trägerschaft des Diakonischen Werks in Bensheim, der Orbishöhe in Rimbach und dem Förderband Viernheim e.V., die der Kreis zunächst für ein Jahr mit insgesamt 90.000 Euro unterstützt. Die Agenturen verfügen über ein gute Vernetzung mit den Schulen, Berufsschulen, Einrichtungen der Jugendhilfe, Beratungsstellen und anderen wichtigen Partnern vor Ort.

Neben dem jetzt beschlossenen Maßnahmenpaket bietet der Eigenbetrieb noch weitere Möglichkeiten zur Qualifizierung und Vorbereitung auf das Berufsleben an. Hier ist zunächst das Sonderprogramm Einstiegsqualifizierung für Jugendliche (EQ) zu nennen. Die betriebliche EQ beinhaltet ein sozialversicherungspflichtiges Langzeitpraktikum von mindestens 6 bis maximal 12 Monate und unterstützt ausbildende Unternehmen mit einem finanziellen Zuschuss. Die Betriebe lernen künftige Auszubildende und deren Leistungsfähigkeit in der Praxis kennen und haben die Möglichkeit, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer praxisnah zur Ausbildung heranzuführen.

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB) sollen auf die Aufnahme einer Ausbildung vorbereiten. Dabei erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit, ihre eigenen Fähigkeiten und Interessen mit Blick auf die spätere Berufswahl kennen zu lernen. Junge Menschen die bisher ohne Schulabschluss sind, können sich über Berufsvorbereitungsmaßnahmen auf den Erwerb eines Hauptschulabschlusses oder eines gleichwertigen Schulabschlusses vorbereiten.

"Mit der Berufsausbildung werden die Weichen für das weitere Leben gestellt. Hier die richtige Entscheidung zu treffen und den Weg zur beruflichen Selbstverwirklichung zu finden, ist entsprechend schwierig. Neue Wege sieht eine besondere Herausforderung darin, die Bemühungen junger Menschen bestmöglich zu fördern und bei den recht unterschiedlichen Ausgangslagen auf jeden Einzelnen in geeigneter Weise eingehen zu können", so Metz abschließend.



Landkreis Darmstadt-Dieburg: Mit "IdA" auf dem Weg ins Berufsleben

"Integration durch Austausch" heißt ein Pilotprojekt, an dem sich die Kreisagentur für Beschäftigung beteiligt

"Integration durch Austausch" (IdA) heißt das Projekt der Kreisagentur, das im Oktober als Pilotprojekt mit dreijähriger Laufzeit an den Start ging. "IdA" will frischen Wind für junge Menschen bringen, die auf dem Arbeitsmarkt schwer zu vermitteln sind.

27 junge Leute haben bislang an dem "IdA"-Projekt in Italien und Griechenland teilgenommen, eine zwölfköpfige Gruppe bereitet ihren Aufenthalt in Österreich vor. Transnationale Kooperationspartner aus Wirtschaft und Bildung wurden ins Boot geholt.

Oliver Hegemann, Leiter der aktivierenden Hilfe der Kreisagentur, ergänzt: "Formale Qualifikation haben die meisten, doch es fehlt an Arbeitsmarktreife. Durch die Arbeitsmaßnahme in fremder Umgebung werden Sozialkompetenz, Flexibilität und Selbstvertrauen gestärkt."

Hinweis: Den vollständigen Artikel aus dem Darmstädter Echo vom 29. Juni 2010 können Sie auf dieser Seite herunterladen.



Bergstraße: Eigenbetrieb Neue Wege weitet Angebote für junge Arbeitslose aus


Betriebskommission beschließt Maßnahmen in Höhe von 1,7 Millionen Euro

Wie der Vorsitzende der Betriebskommission des Eigenbetriebes Neue Wege Thomas Metz berichtet, hat die Betriebskommission im Rahmen ihrer letzten Sitzung ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Förderung Langzeitarbeitsloser beschlossen. Insgesamt würden 11 Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von etwa 1,7 Millionen Euro verabschiedet.

Mit Ausgaben in Höhe von 1,2 Millionen Euro bildet hierbei die Förderung junger Menschen unter 25 Jahren auch weiterhin einen Schwerpunkt in der Arbeit des Eigenbetriebs.

Die Zahl der gemeldeten Stellen auf dem Ausbildungsmarkt ist in Süd-Hessen leicht rückläufig. Die Bundesagentur für Arbeit weist in 2009 8% weniger Stellen aus, als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig ist die Zahl der Bewerbermeldungen ebenfalls um 8% gesunken. Eine Verknappung des Angebots für Ausbildungsplatzsuchende ist somit nur partiell spürbar.

Um die Chancen auf geeignete Ausbildungsstellen für junge Mensche zu verbessern, wird Neue Wege die Kreishandwerkerschaft mit der Durchführung von Berufsausbildungen für Jugendliche in einer außerbetrieblichen Einrichtung beauftragen. Diese Form der Ausbildung eröffnet Jugendlichen mit nur geringen Chancen auf dem Lehrstellenmarkt den Einstieg in das Berufsleben.

Weiter wurde die Durchführung von Aktivierungshilfen für Jugendliche und junge Erwachsene mit Vermittlungshemmnissen im Vorfeld von Ausbildung, Qualifizierung oder Beschäftigung beschlossen. Ziel dieser Angebote ist die schrittweise Heranführung der Teilnehmer an den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Die Maßnahmen gliedern sich in 3 Phasen: Motivation, Orientierung und Integration. Die Motivationsphase beginnt mit einer Analyse der persönlichen und beruflichen Situation. Unter anderem wird mit den Teilnehmern eine Potentialanalyse zur Ermittlung iher intellektuellen, sozialen und berufsbezogenen Kompetenzen durchgeführt. In der anschließenden Orientierungsphase wird ein individuelle Förderplanung erarbeitet. Es sollen betriebliche Praktika absolviert werden, um berufliche Grundfertigkeiten zu erlernen. Die Teilnehmer werden dabei kontinuierlich sozialpädagogisch begleitet. Ziel ist die Entwicklung eines realistischen und stabilen Berufswunsches. Abschließend erfolgt die Vorbereitung auf die individuelle Integration. Mit Hilfe der betreuenden Pädagogen werden die Teilnehmer bei der Suche nach für geeigneten Angeboten unterstützt. Die Absolventen können beispielsweise die Aufnahme einer Ausbildung, die Fortsetzung ihrer schulischen Ausbildung oder die Teilnahme an weiteren Qualifizierungsangeboten anstreben.

Durchgeführt werden die Maßnahmen in Bensheim und Lampertheim mit jeweils 20 Teilnehmerplätzen von der Kreishandwerkerschaft und in Viernheim mit 15 Plätzen vom Verein Förderband e.V.

Betriebsleiter Rainer Burelbach sieht das neu geschaffene Angebot jedoch nur als Momentaufnahmen. "Wir werden die aktuelle Lage auf dem Ausbildungsmarkt weiterhin intensiv beobachten. Dies vereinfacht es uns bei Veränderungen schnell zu reagieren. Kurzfristige Anpassungen unserer Förderangebote an aktuelle Bedarfe sind jeder Zeit möglich."



Main-Taunus-Kreis: Spielhüttenbau bereitet aufs Berufsleben vor


Projektbezogener Ansatz der AEG Signum im MTK ist erfolgreich

Bleibende Spuren haben acht junge Männer, die im Bildungszentrum der AEG Signum ein Berufsvorbereitungsjahr absolvieren, auf der Drachenwiese in Hofheim hinterlassen. Unter der Anleitung ihres Ausbilders Steffen Wirth haben sie dort eine Spiel- und Gillhütte errichtet. "Das ist ein gutes Beispiel für den projektbezogenen Ansatz der AEG Signum", so der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Hans-Jürgen Hielscher.

Die Bretter haben die Teilnehmer der Berufsvorbereitung selbst zugeschnitten und lackiert. Die Hütte selbst wurde innerhalb von drei Wochen aufgebaut. Sie umfasst knapp 30 Quartratmeter. "Bei der Größe war sogar ein Bauantrag notwendig", so Wirth. Genutzt werden soll die Hütte zum Beispiel beim Interkulturellen Ferientreff, der regelmäßig auf der Drachenwiese stattfindet.

Nach Angaben von Wirth geht es beim Berufsvorbereitungsjahr darum, die Jugendlichen verschiedene Berufe ausprobieren zu lassen. "Wir wollen den Teilnehmern die Möglichkeit geben, herauszufinden, wo ihre Fähigkeiten liegen". Das gelinge am besten durch Projektarbeit: Bei Gestalten der Außenanlagen der AEG Signum oder beim Aufarbeiten von Werkbänken könne jeder erfahren, ob ihm der Beruf des Landschaftsgärtners, des Schreiners oder des Malers liege.

Das Berufsvorbereitungsjahr ist laut Wirth für Jugendliche gedacht, die aus verschiedenen Gründen keinen Ausbildungsplatz finden - etwa weil sie zu alt sind, keinen Schulabschluss haben oder sich damit schwertun, sich in die geordneten Abläufe einer Ausbildung einzufügen. Im Jahr 2008/2009 haben insgesamt 22 Jugendliche am Vorbereitungsjahr teilgenommen, sechs von ihnen haben bereits einen Praktikumsplatz, eine Ausbildung oder eine Arbeitsstelle gefunden.

Die Zusammenarbeit mit der AEG Signum wird vom Kreis aus Bundesmitteln finanziert. Seit 2005 arbeitet der MTK mit dem Bildungs- und Beratungsunternehmen zusammen. Der Schwerpunkt liegt auf den 150 Auszubildenden. Folgende Berufe lassen sich in der AEG Signum erlernen: Metallbauer/in, Elektroanlagenmonteur/in, Anlagenmechaniker/-in, Kaufmann/Kauffrau für Dialogmarketing, Verkäufer/in und Bürokaufmann/-kauffrau. Viele, die das Berufsvorbereitungsjahr bei der AEG Signum absolviert haben, entscheiden sich für einen dieser Ausbildungsgänge. "Damit ist AEG Signum ein Herzstück im Konzept des MTK für eine zukunftsorientierte, effiziente Arbeitsmarktpolitik", so Hielscher.

Die AEG Signum, hervorgegangen aus der AEG Aktiengesellschaft, bietet gewerblich-technische Berufsausbildungen an deutschlandweit sieben Standorten an. Derzeit werden in ihren Berufsbildungszentren mehr als 1800 Auszubildende betreut. Die 200 festen und freien Mitarbeiter des Unternehmens kommen aus Industrie, Handwerk und Pädagogik.



Landkreis Fulda: Arbeitscoaches helfen bei der Berufswahl


Mitarbeiter des Landkreises Fulda sollen Schülerinnen und Schüler frühzeitig in Kontakt mit der Arbeitswelt bringen / Modellprojekt an zehn Haupt- und Förderschulen im Landkreis und in der Stadt Fulda / Ziel: Mit Schulabschluss Ausbildungsvertrag in der Tasche

Bei den Schülerinnen und Schüler der Don-Bosco-Schule hat Monika Piétron einen Stein im Brett. Weil sie immer ein offenes Ohr, jede Menge Lebenserfahrung und super Tipps parat hat. Und: Weil sie keine Noten verteilt. Denn Monika Piétron ist keine Lehrerin, sondern Arbeitscoach an der Künzeller Grund- und Hauptschule. Seit September 2008 "unterrichtet" sie dort in den 7., 8. und 9. Klassen und wirbt in den Betrieben von Stadt und Landkreis Fulda um Praktikums- und Ausbildungsplätze.

Die gelernte Heilpädagogin ist eine von acht Arbeitscoaches, die sich im Auftrag des Landkreises Fulda an Haupt- und Förderschulen engagieren, um die Schülerinnen und Schüler frühzeitig in Kontakt mit der Arbeitswelt zu bringen und den Übergang von der Schule in den Beruf zu erleichtern.

Als Arbeitscoach bildet sie die Schnittstelle zwischen Schule, Handwerk, Industrie und Verwaltung. Die Kommunikation zwischen den Akteuren zu verbessern, die Kontakte zu den hiesigen Betrieben zu pflegen und die Vernetzung zu fördern - das sind ihre übergeordneten Aufgaben als Coach.

Im Fokus ihrer Arbeit stehen jedcoh die Schülerinnen und Schüler. "Ich helfe den Jugendlichen dabei, ein realistisches Bild von der Arbeitswelt zu bekommen und die eigenen Potenziale zu erkennen", sagt Piétron. "Denn oft stimmen die eigenen Fähigkeiten nicht mit den Vorstellungen vom zukünftigen Beruf überein oder es herrscht völlige Orientierungslosigkeit."

Wenn die Noten nicht gut genug sind, es an Unterstützung aus dem Elternhaus mangelt oder die Perspektiven fehlen, ist Monika Piétron da, um Mut zu machen, Halt zu geben und gemeinsam mit ihren Schützlingen mögliche Berufswege zu erkunden. Das geling, indem sie Betriebsbesichtigungen organisiert, Praktikumsplätze vermittelt, beim Schreiben von Bewerbungen hilft oder gemeinsam mit den Jugendlichen interessante Angebote wie beispielsweise die "Aktionswoche Ausbildung" oder Schnuppertage in der Lehrbauhalle wahrnimmt.

Monika Piétron begreift die Haupt- und Förderschüler nicht als "Problemkinder", sondern als talentierte junge Menschen, die mit ein wenig Hilfestellung und etwas mehr Selbstvertrauen ihre berufliche Zukunft positiv gestalten können. Mit ihrer offenen Art und der optimistischen Grundeinstellung kommt sie bei Schülerschaft und Lehrerkollegium gleichermaßen gut an.

"Frau Piétron kommt aus der Praxis und bringt uns die Berufswelt näher", sagt der 15-jährige Louis, der auch zugibt, dass er und seine Mitschüler sich ohne Arbeitscoach niemals so intensiv mit dem Thema auseinerandersetzen würden. Lehrerin Stefanie Spork sagt dazu: "Als Klassenlehrerin habe ich noch viele andere Probleme zu lösen. Insofern nehme ich Frau Piétron als Entlastung wahr. Sie spiegelt mir aus einer völlig anderen Perspektive wider, was in den Betrieben läuft und hat ein gutes Vertrauensverhältnis zu den Schülern aufgebaut."

Als "Rundum-Sorglos-Paket" für Hauptschüler soll das Projekt Arbeitscoach aber nicht verstanden werden. "Indem die Coaches den jungen Leuten dabei helfen, die eigenen Interessen und Stärken und entdecken, und sie dazu ermutigen, im Rahmen von Praktika ganz unterschiedliche Berufsfelder auszuprobieren, schaffen sie Perspektiven", weiß Ulrich Nesemann, Bereichsleiter Aktivierende Hilfen beim Amt für Arbeit und Soziales. Denn letztendlich resultieren Perspektivlosigkeit und Demotivation bei Jugendlichen sehr oft aus der Erfahrung, bei der Berufswahl allein gelassen zu werden.

Mit einem Arbeitscoach an ihrer Seite dürften sich die jungen Leute aber bestens unterstützt fühlen. Denn das gemeinsame Ziel der Coaches und Schüler ist es, spätestens nach dem Hauptschulabschluss einen Ausbildungsvertrag in der Tasche zu haben.

Infokasen: Die Arbeitscoaches sind Mitarbeiter des Landkreises Fulda. Sie sind organisatorisch beim Fachdienst Arbeit angebunden und werden durch eine Koordinatorin begleitet. Die Coaches haben jeweils eine halbe Stelle und sind derzeit dauerhaft in folgenden Schulen aber der Jahrgangsstufe 7 eingesetzt: Jahnschule Hünfeld, Anne-Frank-Schule Gersfeld, Geschwister-Scholl-Schule Fulda, Von-Galen-Schule Eichenzell, Albert-Schweitzer-Schule Neuhof, Lüdertalschule Großenlüder und Don-Bosco-Schule Künzell.



Drei Fragen an Landrat Woide (Landkreis Fulda)

Warum hat der Landkreis das Projekt "Arbeitscoach" angestoßen?

Der Landkreis hat eine große Bandbreite an Aufgaben und ist auch für die Unterstützung der Bürger in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen zuständig. Das Projekt "Arbeitscoach" zielt auf die Jugendlichen ab und ist als Präventionsprojekt zu verstehen. Das heißt, wir versuchen die Jugendlichen in einem sehr frühen Stadium an das Thema "Ausbildung" heranzuführen und sie in eine Ausbildung zu bringen, um Arbeits- und Perspektivlosigkeit nach der Schule zu verhindern.

Rechnet sich das Projekt?

Wenn man es als einzelne Kostenstelle betrachtet, dann nicht. Es handelt sich hier um Kosten, die der Landkreis nicht trägen müsste. Es ist also eine freiwillige Leistung, die sich aber - in einem größeren Zusammenhang gesehen - auf jeden Fall rechnet. Denn wenn Jugendliche mit Unterstützung der Arbeitscoaches schneller in eine Ausbildung kommen, vermeiden wir immense Folgekosten.

Werden weitere Coaches eingestellt?

Ja, zum neuen Schuljahr werden weitere drei Stellen besetzt. Die Schulen haben Arbeitscoaches nachgefragt. Natürlich können wir nicht allen Anfragen auf einmal gerecht werden, aber unser Ziel ist es, das Angebot schrittweise auszubauen.



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